Literatur zum wissenschaftlichen Arbeiten

Die nachfolgende kommentierte Liste versteht sich als unverbindliche Empfehlung; die Reihenfolge ist allerdings willkürlich – vom allgemeinsten und kleinsten „Einsteiger-Werk“ zu speziellen Detailfragen. Zwangsläufig erfordert das Durcharbeiten eines solchen Buches zusätzliche Zeit, die sich aber bei den ausgewählten Titeln unmittelbar wieder bezahlt macht.

Mit den rein formalen Anleitungen ist es allerdings durchweg nicht getan: Selbst- und Zeitmanagement sind ein zentrales Thema bei der Organisation des Studiums und den darin vorkommenden schriftlichen Arbeiten.

  • Niederhauser, Jürg (2015): Die schriftliche Arbeit.Von der Ideenfindung bis zur fertigen Arbeite. Für Schule, Hochschule und Universität (Reihe Duden Ratgeber kompakt). Mannheim: Dudenverlag.
    ISBN 978-3-411-74571-5

Neue Ausgabe der „Einstiegslektüre“ für unter 8 EUR mit den wichtigsten formalen Hinweisen zur Zitation. Außerdem jetzt auch mit Tipps zum Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten, zur Recherche und zur Gestaltung der Arbeit.
(Dieses Werk gibt es in der 4. Auflage von 2006 – ergänzt um praktische Tipps zur Arbeit mit der Literaturverwaltung Citavi – kostenlos als PDF zum Download unter https://www.citavi.com/)

  • Standop, Ewald (2008): Die Form der wissenschaftlichen Arbeit. 18., durchges. und verb. Aufl. Heidelberg: Quelle und Meyer (Uni-Taschenbücher UTB Interdisziplinär, 272). ISBN 3-494-02022-1

Der „Klassiker“ unter den Anleitungen zum wissenschaftlichen Schreiben, seit 1954 immer wieder erweitert und im Bemühen um Vollständigkeit gemäß jeweils aktueller Anforderungen (sei es die Einführung elektronischer Textverarbeitung, die neuesten Änderungen in der Rechtschreibreform, die besonderen Erfordernisse von Online-Publikationen o.a.) ergänzt. Durch die langjährige Erscheinung quasi der Standard – und zugleich Vorbild für etliche andere Veröffentlichungen.

  • Karmasin, Matthias; Ribing, Rainer (2017): Die Gestaltung wissenschaftlicher Arbeiten. Ein Leitfaden für Seminararbeiten, Bachelor-, Master- und Magisterarbeiten sowie Dissertationen. 9. Aufl. Wien: WUV (UTB Arbeitshilfen, 2774). ISBN 9-783-8252-2774-6.

Gerade mal halb so dick wie „der Standop“, behandelt dieses neuere Werk doch alle wichtigen Themen und gibt so eine gute Orientierung – um den Preis, dass es keine Vollständigkeit beansprucht. Dafür ist es eine sehr praxisorientierte Anleitung, die „nicht allein die Anforderungen des Wissenschaftsbetriebes, sondern die Bedürfnisse der Studierenden“ (S.5) zum Ausgangspunkt nimmt.

  • Boeglin, Martha (2012): Wissenschaftlich arbeiten Schritt für Schritt. Gelassen und effektiv studieren. 2. Aufl. Paderborn: Fink. ISBN 978-3-8252-2927-6

„Das Genie beherrscht das Chaos“ … und für alle anderen gibt dieses Buch eine strukturierte Einführung in Techniken und Voraussetzungen wissenschaftlichen Arbeitens. Ausgehend von der Arbeitsplatzorganisation, dem persönlichen Zeitmanagement sowie Entspannungs- und Lernmethoden (Teil 1) geht es zur Informationsbeschaffung (Teil 2) und zum Schreibprozess. Etliche Hinweise bleiben dabei notwendig allgemein, insofer es zu vielen Kapiteln ganze Bücher gäbe. Als Einstieg und aufgrund der sonst wenig beachteten Themen des Teil 1 dennoch sehr geeignet!

  • Bohl, Thorsten (2005): Wissenschaftliches Arbeiten im Studium der Pädagogik. Arbeitsprozess, Referate, Hausarbeiten, mündliche Prüfungen und mehr … Weinheim: Beltz (Beltz-Pädagogik, 17). ISBN 978-3-407-25355-2

Ausgehend von der Frage, was Wissenschaftliches Arbeiten ausmacht, werden am Beispiel des Pädagogikstudiums alle Aspekte sehr praxisorientiert mit konkreten Beispielen und Materialien (Links, Kopiervorlagen) erläutert.

  • Eco, Umberto (2007): Wie man eine wissenschaftliche Abschlussarbeit schreibt. Doktor-, Diplom- und Magisterarbeit in den Geistes- und Sozialwissenschaften. UTB 12. Aufl. ISBN 978-3-825-21512-5

Originelles Werk, das einem völlig anderen Stil als die anderen Ratgeber folgt. Leider sachlich etwas veraltet und auf rein theroretische Arbeiten ausgerichtet.

  • Esselborn-Krumbiegel, Helga (2017): Von der Idee zum Text. Eine Anleitung zum wissenschaftlichen Schreiben. 5., überarb. Aufl. Paderborn: Schöningh (UTB Wissenschaftliche Arbeitshilfen, 2334). ISBN 978-3-8252-2334-2

Wissenschaftliches Schreiben muss nicht verzweifelt unter Zeitdruck erledigtes „google – copy – paste“ bedeuten, sondern kann richtig Spaß machen. In acht Kapiteln, die den Phasen des wissenschaftlichen Schreibprozesses entsprechen, gibt die Autorin eine Vielzahl konkreter Hilfen von der Arbeitsplanung über die Informationsbeschaffung bis hin zu Tricks gegeben Schreibblockaden.

  • Frank, Andrea; Haacke, Stefanie; Lahm, Swantje (2007): Schlüsselkompetenzen Schreiben in Studium und Beruf. Unter Mitarbeit von Stefanie Haacke und Swantje Lahm. Stuttgart, Weimar: Metzler. ISBN 978-3-476-02166-3

Aus den Schreibworkshops der Uni Bielefeld hervorgegangenes Buch, das systematisch das „Problem der leeren ersten Seite“, der Schreibblockaden usw. angeht. Für alle, die nicht „mal eben“ etwas zu Papier bringen können – das kann man/frau lernen!

  • Gasteiner, Martin / Haber, Peter (Hrsg.) (2010): Digitale Arbeitstechniken für die Geistes- und Kulturwissenschaften. Köln u.a.: Böhlau. (UTB 3157). ISBN 978-3-8252-3157-6

Als eines der seltenen Sammelwerke in dieser thematischen Liste, vermittelt das Buch „für fortgeschrittene Studierende, Dozierende sowie Forschende in den Geisteswissenschaften“ (Klappentext) wichtige Informationen zu allen Themen rund um wissenschaftliches Arbeiten mit Hilfe digitaler Techniken und Mittel. Von der Recherche über kollaboratives Schreiben hin zu Plagiatsfragen, Open Access-Publikationen und Urheberrecht werden alle Themen überwiegend theoretisch erörtert; die praktischen Hinweise sind eher ein – durchaus sehr lohnender – Nebenaspekt!

  • Hoffmann, Monika (2010): Deutsch fürs Studium. 2. Aufl. Paderborn: Schöningh. (UTB, 2644) ISBN 978-3-8252-2644-2

Es ist keine Schande, dass der Deutschunterricht beim Verfassen einer wissenschaftlichen Arbeit schon ein paar Jahre zurück liegt – aber das ist kein Grund, eine mit Fehlern gespickte Arbeit abzuliefern! Wer sich unsicher ist, wie weit die Kenntnisse in Rechtschreibung und Grammatik noch reichen, findet in diesem Buch eine verständlich und leicht geschriebene Einführung mit vielen Merkhilfen.

  • Krajewski, Markus (2013): Lesen – Schreiben – Denken. Zur wissenschaftlichen Abschlussarbeit in 7 Schritten. Köln u.a.: Böhlau (UTB 3858) ISBN 978-3-8252-3858-2

Eine originelle Anleitung zum wissenschaftlichen Vorgehen bei der Erstellung einer schriftlichen Arbeit – vorzugsweise vorher zu lesen! In sieben Schritten führt es v.a. kulturwissenschaftlich Studierende in klare Arbeitsstrukturen ein. Die praktischen Tipps wirken teilweise selbstverständlich, sind es aber (leider) keineswegs. Nur das Lob von LaTex als Satzprogramm ist in den meisten Studiengängen wohl sinnlos.

  • Kühtz, Stefan (2016): Wissenschaftlich formulieren. Tipps und Textbausteine für Studium und Schule. 4. Aufl. Paderborn: Schöningh (UTB, 3471). ISBN 978-3-8252-3817-9

„Wissenschaftlich“ ist keine Alltagssprache – aber möglichst kompliziert und „geschraubt“ zu schreiben ist auch kein Kennzeichen guter wissenschaftlicher Schreibe. Diese pragmatische und sehr gut geschriebene Arbeitshilfe kann gute Dienste bei der Formulierung verständlicher wissenschaftlicher Texte leisten: von Fremdworten, die gerne verwechselt werden, über Stilfragen bis hin zu Synonymen für häufig benötigte wissenschaftliche Formulierungen finden sich alle relevanten Problemkreise.

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